Schatten oder Klinge

Was passiert,

wenn sich zwei ganz verschiedene Künste in ein und derselben Person begegnen?
Muss dann immer eine davon verlieren?

Muss ein Künstler um der einen Kunst willen die Andere verschmähen?
Darf die zweite Kunst dann nur im Schatten ihr Dasein fristen?
Ist es wirklich so schädlich für die Gedanken, wenn der Künstler zur Klinge greift?
Muss beim -> historischen Fechten  automatisch eine Verblödung das Niveau des Künstlers dahinraffen?

Vielleicht hätte der Künstler und -> Autor doch lieber Fußböden schrubben oder Getränke austragen sollen, damit das Niveau des beliebten Vorurteils bestätigt wird.
Denn dort unten findet man die Künstler ja nur allzu oft, auf dem harten Boden der Putzkolonne. Damit die Kunst auch mal was Richtiges arbeiten oder sogar ein bisschen Lohn dafür bekommen kann.
Für die freischaffende Kunst ist ja dann die Freizeit in der Dachkammer zuständig. Dort darf sie dann verzweifelnd zur Kunst werden. Aber doch nicht an der stählernen Klinge und beim Unterrichten.
Da ist sich das Vorurteil an der Oberfläche doch ganz sicher, dass diese zwei Künste nur schlecht füreinander sein können. Die dürfen sich niemals berühren.

Die gut illustrierten Fechtmanuskripte und Bücher sehen die Geschichte allerdings ganz anders.
Ein Albrecht Dürer musste sich nach seinem illustrierten Fechtbuch gar nicht umtaufen lassen.
Auch Caravaggio musste sich nicht umbenennen, weil er das Rapier führte.
Keiner der beiden musste sich danach im Schatten hinterm Vorhang verstecken.
Dennoch rümpft sich heute manche Nase.
Dabei gibt es diese seltsame Beziehung zwischen der kämpfenden und der bildenden Kunst ja nicht erst seit heute Morgen.
Sie zeigte sich schon vor Jahrhunderten, und damals war man auf der feinen Kunstseite noch viel offener im Umgang 
mit der martialischen Schwester. Die wohl auch recht fleißig besucht wurde, denn in den Schulen, da trafen sich damals die Leute, die das Geld hatten. Da gab es Bewegung und Körperlichkeit zu sehen.
Man musste auch gar nicht mit gerümpfter Nase herabblicken.
Im Gegenteil, man sah gebannt zu und wollte gerne auch so sein.
Und was ein echter Caravaggio war, der focht sogar noch mit! 

Die Fechter wollten ihrerseits keine gestaltenden Künstler werden, aber wenn da so ein Buch entstehen sollte, dann konnte man den Künstler ja mal fragen, wenn der schon freiwillig dasaß.
Und die Künstler selbst? Die wollten ein wenig mannhafter erscheinen und sich ein paar dynamische, ausdrucksstarke Skizzen sichern oder am besten den muskulösen Fechter gleich als Modell mit ins Atelier überreden. Oder eben ein paar lukrative Aufträge ergattern.
das ist heute gar nicht so anders und genau das;
führte im Schatten nun zu folgenden-->
 Gedanken


 

"Schatten und Licht im Tanze malend..., das sehe ich."
Robert Weissenbacher


"Wenn sich alles nur noch zu wiederholen scheint, dann bleibt nur die neue Verknüpfung der Geschichte, die man schon einmal gehört
oder sogar gelesen hat und genau in diesem Moment kann es geschehen, dass sich eine ganz andere Richtung entwickelt als man auf
der ersten Seite erwartete..."

Peter von Heim 


"Der Schatten ist unser ständiger, lebenslanger Begleiter und dabei die aufrichtigste Reflexion jedes einzelnen Pinselstrichs den wir auf die Leinwand des Lebens setzen."
Sina Holste

"Schatten sind die Brücke zwischen unseren Träumen und der Wirklichkeit."
Sibylle Born

"Ein finsterer Geselle ist das. Ich male ihn nicht. Doch wenn ich hinter mich schaue ist er täglich wieder da."
Maximilian Otte

"Wir sehen uns gern als ganz erleuchtet, als die einzig Wissenden und wollen fliegen bevor wir gehen können. Der Schatten, dieser
nüchterne Geselle erinnert uns immer wieder daran, dass wir nicht nur aus Licht bestehen."
Gil Renat

"Nicht die kristallnen, sternengleich funkelnden Kronleuchter, die alle so begeistert anzustarren pflegten, sind es die uns ausmachen.
Vielmehr ist es der Schatten in unserer Seele, ohne den wir gar nicht sein könnten. Alles Glitzern ist die Ablenkung einer Welt, die sich
selbst nicht sehen will. Ich habe das nie verstanden, denn ich wusste schon immer den Schatten zu nutzen. Er ist niemals ein Feind gewesen,
eher ein Verbündeter."
Heloise deNoire